Schlechtes Karma

Hätte ich nur mal nicht's gesagt! Nachdem ich mich letzte Woche so schön über Qatar Airline beschwert habe, bin ich ja dieses Wochenende - wieder mit Qatar Airline - zurück nach Melbourne geflogen. Ich bin zwar nicht abergläubig, aber trotzdem war der Trip zurück ein wenig komisch. Im Gegensatz zum Hinflug war dieses Mal der Flughafen in Doha das Kleinste aller Übel.

Es fängt bereits in Frankfurt am Flughafen an, als der Flug plötzlich von einem ganz anderen Gate geht. Nun ist das keine Katastrophe. Man rennt halt einfach erstmal ein wenig hin und her, bevor es überhaupt los geht. Der Flug nach Doha war ganz geschmeidig. Ein Fensterplatz mit einem freien Sitz neben mir sorgt immer für Freude.

Auch in Doha lief alles nach Plan. Im finalen Flieger nach Melbourne hatte ich ebenfalls einen Sitz neben mir frei, was ungemein viel wert ist. Wenn man sich 14 Stunden lang an einen Unbekannten reibt, ist das nicht sonderlich schön. Ich war also relativ zufrieden, wenn man mal von den zwei Kindern hinter mir absieht, die permanent gegen meinen Sitz getreten haben und übelst erkältet waren und mir permanent in den Nacken gehustet haben - was meiner eigenen Erkältung einen neuen Aufschwung gegeben hat. Doch dann schlug das Karma zu - und zwar richtig!

Ich wache irgendwann aus meinem Halbschlaf auf und will im Bordcomputer nachschauen, wo wir denn in etwa sind. Völlig verblüfft musste ich feststellen, dass wir nicht mehr wie geplant auf dem Weg nach Melbourne waren, sondern uns auf dem Weg nach Perth befanden.

Bereits über Australien, etwa auf Höhe der Gibson Desert an der Grenze zwischen Western Australia und Northern Territory, gab es einen medizinischen Notfall an Bord. Ein kleines Mädchen ist kollabiert und musste mit einer Sauerstoffflasche versorgt werden und der Pilot hat sich den nächsten größeren Flughafen gesucht, wo das Kind verarztet werden kann. Wir waren gerade mal drei-einhalb Stunden von Melbourne entfernt und da dreht der Flieger in die andere Richtung ab. Bis Perth waren es auch immerhin noch zwei Stunden Flug, aber 90 Minuten können zwischen Leben und Tod nun mal entscheiden.

Informationen über den weiteren Verlauf der Reise wurden leider nicht durchgegeben und so freundete ich mich mit der Ungewissheit an, möglicherweise eine Nacht in Perth zu verbringen und akzeptierte mein Schicksal.

Angekommen in Perth bat man uns im Flugzeug sitzen zu bleiben und Hoffnung keimte auf. Zu diesem Zeitpunkt war es schon fast halb zehn Abends in Melbourne. Es hat dann etwa eine Stunde gedauert, bis das Mädel aus dem Flugzeug geschafft und das Flugzeug nachgetankt wurde. Im Sonnenuntergang von Perth ging es dann weiter nach Melbourne, was noch mal etwa drei Stunden dauerte.

In Melbourne waren wir das einzige Flugzeug was so spät noch ankam, weshalb Einwanderung und Zoll rasend schnell ging, jedoch wurde die Tabaksteuer für die Einfuhr erneut erhöht... eine Frechheit! Ein Taxi um die Uhrzeit zu finden war ebenfalls kein Problem, da niemand Anderes eins suchte.

Während der Taxifahrt schämt man sich dann ein wenig, weil man wie ein Pumakäfig stinkt und freut sich im gleichen Zug auf eine warme Dusche zu Hause. Mir war klar, dass ich noch mal wenigstens eine halbe Stunde oder so warten muss, da ich vor dem Abflug den Boiler komplett abgestellt habe - bringt ja nichts zwei Wochen lang Wasser für die Katz zu erhitzen. Zu Hause angekommen werden die Sicherungen reingedrückt, das Licht geht an, der Boiler gurgelt. Alles fein bis zu dem Zeitpunkt, wo es einen Schlag hält und die Sicherung vom Boiler wieder raus kommt. Kann ja mal passieren - Sicherung wieder rein und PUFF, kommt sie jedes Mal direkt wieder raus...

Also musste ich widerlich stinkend ins Bett gehen und am nächsten Tag im Büro duschen. Am nächsten Morgen schämt man sich in der überfüllten Straßenbahn erneut, dass man stinkt als ob man sich nie wäscht. Im Büro angekommen musste ich dann zu allem Überfluss feststellen, dass ich mein Handtuch zu Hause vergessen habe.

Mittlerweile geht der Boiler wieder (nachdem ein paar Teile ausgetauscht wurden und ich die gesamten 100 Liter Wasser abgelassen habe, weil es braun wie Scheiße war) und ich stinke auch nicht mehr ganz so sehr, aber das war das Sahnehäubchen auf der Bananentorte für mich.. ach und für die, die es nicht wissen: Mir wird schlecht von Bananen - ich kann sie nicht mal riechen.

Wednesday, 26. February 2014 / Peter